So
22
Jan
2012
Ziemlich genau 11 Monate nach dem letztem Bericht über den damals neu eröffneten Siam Paradise Night Bazaar, war es am Freitag den 20. Januar 2012 mal Zeit für einen weiteren Besuch.
Die gute Nachricht vorweg, die Skytrain-Erweiterung wurde planmäßig im August letzten Jahres in Betrieb genommen und somit ist der Markt jetzt recht einfach und staufrei per Bahn zu erreichen.
Und eigentlich könnte der Bericht hier jetzt auch schon enden, denn auf dem Nachtmarkt selbst scheint sich innerhalb von einem Jahr überhaupt nichts geändert zu haben.
Die letztes Mal ausgesprochene Prophezeiung, dass spätestens mit Eröffnung der Punnawithi Skytrain Station Leben einkehrt und eine ähnliche Atmosphäre wie auf dem alten Suan Lum Night Bazaar herrschen wird, hätte falscher nicht sein können.
Nach wie vor haben ein Großteil der Shops nicht geöffnet, was wohl einfach auch daran liegt, dass sie bisher noch nicht vermietet worden sind.
Im vorderen Teil des Marktes finden sich wenigstens ein paar Geschäfte, in denen man theoretisch was kaufen könnte.
Nur das Angebot ist so dürftig und mit wenigen Ausnahmen so reizlos, dass es überhaupt keinen Spaß macht, sich hier länger als nötig aufzuhalten.
Letztendlich ist es genau der Touri-Plunder und Ramsch, den es in identischer Ausführung überall in Bangkok gibt, egal ob MBK, Sukhumvit, Khao San oder wo auch immer.
Die ehemals kleinen Boutiquen und ausgefallene Deco-Stores, die u.a. den Flair des alten Suan Lum Night Bazaar ausgemacht haben, sucht man hier bisher jedenfalls vergeblich.
Möglicherweise hätten diese in den gut 2/3 der unbelegten Verkaufsständen ihr neues Zuhause finden sollen.
Wer einen Abstecher ins ebenfalls letztes Jahr eröffnete Terminal 21 macht, der wird aber sehen, wo die jungen Kreativen von Bangkok ihr neues Lager tatsächlich aufgeschlagen haben.
All das erklärt dann vielleicht auch, warum auf dem Markt rein gar nichts los war. Während letztes Jahr noch geschätzte 40 Besucher auf dem Markt waren, waren es diesmal vielleicht die Hälfte, wenn überhaupt. Darunter genau 2 Europäer.
Auch das Essen dort scheint niemanden wirklich zu locken. Der Bereich, den letztes Jahr noch der Biergarten mit Selbstbedienung-Food-Court (ähnlich wie vorher beim Lumphini Nachtmarkt) eingenommen hatte, wird aktuell vom Mehang Restaurant & Pub betrieben.
Das Mehang Restaurant gab es u.a. auch auf dem alten Nachtmarkt, bot annehmbares bis ordentliches Thaifood zu leicht gehobenen Preisen und war eigentlich meist gut besucht.
Hier und jetzt war es aber alles andere als gut besucht, 4 Japaner hatten quasi das komplette Restaurant für sich alleine.
Und das wie gesagt an einem Freitagabend gegen 20:00 Uhr, also zur Primetime.
Wer zur gleichen Zeit mal im Mehang Restaurant + Pub in der Nähe vom Major Ratchayothin im touristischen Niemandsland nördlich vom Chatuchak Market versucht hat, einen Sitzplatz zu bekommen, aber keinen bekam, der müsste davon ausgehen, dass es hier im neuen Ableger ganz ähnlich zugeht.
Aber irgendwie scheint hier etwas ganz und gar nicht nach Plan zu laufen. Und ein bisschen hat es den Eindruck, als ob die Thais aus welchem Grund auch diese Location meiden.
Persönliches Fazit: Alle Jahre wieder mal zu schauen was sich tut ist bestimmt okay und ansonsten nach derzeitigem Stand wohl besser einen anderen Ort für einen angenehmen Abend in Bangkok aufsuchen!
Di
11
Okt
2011
Termin 21 - Bangkoks neuster Shopping Palast war heute ready for take off.
Erster Eindruck: deutlich größer als vermutet und irgendwie angenehm anders als die gefühlten 1000 Einkaufstempel in Bangkok.
Die einzelnen Stockwerke sind unterschiedlichen Städten gewidmet. Erinnert zwar etwas an einen Disney-Themenpark oder Las Vegas, aber alles doch recht stimmig. Das Konzept wird selbst noch in den Toiletten fortgesetzt.
Vom Warenangebot ein guter Mix aus den üblichen internationalen Marken und unbekannteren Brands aus Thailand und dem übrigen Asien. Manches erinnert an den guten alten Suan Lum Night Bazaar oder Siam Square mit seinen vielen kleinen Boutiquen.
Verhungern muss hier drin natürlich auch niemand, in den oberen Stockwerken gibts reichlich Auswahl an Restaurants und im Untergeschoss gibt es einen Gourmet-Supermarkt.
Fr
05
Aug
2011
Unterwegs in Bangkoks Chinatown auf den Spuren von Anthony Bourdain (Eine Frage des Geschmacks).
Nach mehreren Anläufen (da oft ausgebucht) hat es vor kurzem endlich mal geklappt bei Tang Jai Yoo einen Tisch zu bekommen.
Ziel der Begierde war das bei ansässigen Thai-Chinesen fast schon legendäre Moo Han (gedrehtes Schwein) des Restaurants.
Das Minischweinchen (Suckling Pig) wird auf Vorbestellung über dem Holzkohlegrill frisch zubereitet.
Angeblich geht es dem wahren Feinschmecker wohl nur um die pergamentartige Haut.
Den Rest des Schweinchen lässt der reiche Chinese einfach stehen, man will ja zeigen, dass man sich das leisten kann.
Was für ein verschwendetes Scheineleben! Deswegen gibt es für die weniger snobistisch Veranlagten auch die Möglichkeit, das eigentliche Fleisch des Schweinchens, nachdem man die Haut gegessen hat, wieder in die Küche zu geben und nach Wunsch zubereiten zu lassen.
Was uns Ess-Banausen aber nicht bewusst war. Nachdem wir mit den beiliegenden Ess-Stäbchen verzweifelt versucht hatten, unser Opfer zu zerlegen, hatte das entgeisterte Personal dann Mitleid und nahm das Mini-Spanferkel in die Küche und hat es deutlich fachgerechter zerlegt. Peinlich, peinlich, peinlich!
Aber immerhin waren 3 Thais am Tisch auch nicht schlauer ;-)
Geschmacklich hält sich das alles sehr in Grenzen. Die fast schon lederartige Haut schmeckt, da nicht gewürzt, eigentlich nach gar nichts und das Kau-Erlebnis ist, naja, sagen wir mal etwas lang andauernd.
Viel Fleisch hatte der kleine Bursche natürlich auch nicht auf den Rippen, entsprechend viel das, was dann aus der Küche kam, auch eher übersichtlich aus.
Alles in allem, eine interessante Erfahrung bei der mal wieder was Neues zu lernen gab.
Für 1500,- THB allerdings kein ganz günstiger Nachhilfeunterricht.
Viel schmackhafter sind dafür die vielen zum Teil ebenfalls ausgefallen Gerichte auf der Karte.
Gebratene Seegurken hörten sich vielleicht nicht so lecker an wie gegrilltes Schweinchen, haben aber letztendlich deutlich besser geschmeckt.
In diesem Sinn, guten Appetit und testet einfach selbst, wenn es euch wieder nach Bangkok verschlägt.
Mo
13
Jun
2011
Abseits vom Bangkoker Touristeneinzugsbereich findet sich auf der Thonburi Seite in der Nähe von Phetkasem Soi 28 mit Baan Silapin ein Stückchen “gute alte Zeit“.
2009 haben drei befreundete Künstler das aus der späten Ratanakosin-Zeit stammende Holzhaus liebevoll restauriert und als Mischung aus Kunstgalerie, Workshop und Café zu neuem Leben erweckt und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Das zweistöckige Holzhaus mit einem Chedi aus der Ayutthaya-Periode im Innenhof liegt am Khlong Bang Luang. “Bang“ ist die thailändische Bezeichnung für Dorf oder Ort, “Luang“ für königlich und zeugt von der einstmalig herausragenden Stellung dieser nach wie vor intakten Dorfgemeinschaft.
Die Bang Luang Community lässt auch heute noch gut erahnen, wie es hier und in Bangkok überhaupt vor ausgesehen haben mag.
Obwohl der Khlong Bang Luang offiziell ein Teil des Khlong Bangkok Yai, also der “Touristen-Rennstrecke“ der Longtailboote, war beim letzten Besuch im April keine weiteren Farangs oder Langnasen im Baan Silapin zu sichten.
Wenn man allerdings gemütlich beim Essen auf der Veranda sitzt mit Blick auf den Kanal, dann kann man ausländische Bangkokbesuch beim “Khlongbootrennen“ fast im Minutentakt sehen.
Baan Silapin und die Bang Luang Community verzichtet scheinbar ganz bewusst auf Werbepropaganda im Tourismusbereich, weil sie um ihre Ruhe und Unabhängigkeit fürchten. Wohl zurecht.
Zielgruppe sind vorwiegend thailändische Familien, Kunststudenten und Schulklassen, denen auf diese Art traditionelle Thaikultur wie z.B. Khon-Tanz vorgelebt wird.
Wobei man aber natürlich auch als ausländischer Gast gerne gesehen wird und sich sehr willkommen fühlt.
Baan Silapin und die dazugehörige Gemeinde lohnt für all die einen Abstecher, die einen beschaulichen Nachmittag abseits vom Großstadtrummel erleben möchten.
Das Künstlerhaus ist täglich geöffnet und kostet übrigens keinen Eintritt.
Wie kommt man hin: Am einfachsten per Taxi bis Phetkasem Soi 28 oder alternativ Charansanitwong Road Soi 3 und dann am Fluss weiter zu Fuß.
Theoretisch geht es natürlich ab den Chao Phraya Piers auch mit gechartertem Longtailboot, was aber deutlich teurer kommen wird. Dafür aber vielleicht auch die authentischere Variante ist, dieses noch unbekannte Bangkok zu entdecken.
Sa
02
Apr
2011
Dass Bangkok durchaus Alternativen zum Ende 2010 geschlossenen Suan Lum Night Bazaar besitzt bzw. demnächst bekommen wird, wurde ja schon mit den zwei letzten Blog-Einträgen hier aufgezeigt.
Aber Bangkok wäre nicht Bangkok, wenn es nicht noch irgendwo versteckt etwas geben würde, das so ganz anders und einzigartig im Bereich Nachtmarkt ist.
Und diesen Anspruch erfüllt der äußerst kuriose Talad Rot Fai, der Railway Market / Eisenbahn Markt im Bezirk Chatuchak, ganz in der Nähe des allseits bekannten Weekend Markets.
Auch wenn der übersetzte Name möglicherweise etwas verwirren mag, aber dieser Markt hat nichts mit dem ebenfalls als Train Market bekannten Talad Rom Hoob (frei übersetzt "die Schirme zurück Markt") in Samut Songkhram zu tun, der bei unserem Happy Thaiday Ausflug auf dem Programm steht.
Auch nicht zu verwechseln mit dem Ratchada Weekend Night Market im Ladprao Bezirk, der ebenfalls auf Second Hand Waren spezialisiert ist, aber deutlich kleiner und weniger atmosphärisch ist. Mehr zu diesem Nachtmarkt gibt es voraussichtlich in einem späteren Blog-Eintrag.
Den Talad Rot Fai gibt es erst seit Mitte 2010 und wurde mehr oder weniger aus der Not heraus geboren.
Antiquitätenhändler Thanayut, der über Jahre sein Geschäft Rod's genau gegenüber dem Chatuchak Weekendmarket hatte, musste neuen Bauprojekten weichen und fand auf dem riesigen Gelände der State Railway of Thailand, das zuvor einfach nur als Abstellplatz für ausrangierte Zugwagons diente, ein neues Zuhause.
Wenig später folgten weitere Händler und in kürzester Zeit wurde der Talad Rot Fai zur angesagtesten Location für Antiquitäten- und Flohmarkt-Liebhaber in Bangkok. Aber auch zu einem einfach nur hippen Treffpunkt, um bei ungewöhnlicher Kulisse in und um die alten Wagons einen chilligen Abend mit Freunden zu verbringen.
Auf dem Markt gibt es von altem Spielzeug, Musikinstrumenten, Kameras bis hin zu restaurierten Oldtimern und hochwertigen antiken Möbeln alles, was das Sammlerherz höher schlagen lässt.
Wie immer auf thailändischen Märkten kommt natürlich auch hier das Essen und Trinken nicht zu kurz. Von mobilen Garküchen bis zum stationären Restaurant wird das komplette Spektrum geboten.
Der Talad Rot Fai ist ein Markt, bei dem man gar nicht unbedingt zum Shoppen hingehen muss, allein das so ganze Ambiente an sich ist schon einen Ausflug wert.
Der Markt findet jeweils samstags und sonntags ab dem frühen Nachmittag statt. Lohnenswert wird er aber erst nach Sonnenuntergang, vor 20:00 Uhr braucht man hier also nicht auftauchen. Offizielles Ende ist wohl gegen 1:00 Uhr nachts, wobei da gerne etwas überzogen wird.
Taxifahrer haben derzeit noch etwas Probleme den Markt zu finden, selbst wenn Thais mit an Bord sind und in Landessprache erklären, wo es hingehen soll.
Einfacher lässt sich dieser Ausflug in Bangkoks Norden mit der U-Bahn in Angriff nehmen. Einfach die Metro bis Kamphaeng Phet Station nehmen und am Exit 1 Richtung Kampaeng Phet Road laufen, dort nach rechts orientieren und ca. 500 Meter später solltet ihr den Eingang zum Markt erspähen. Der vordere Teil des Marktes ist eher mäßig interessant, deswegen ist es wichtig bis zu den ausrangierten Wagons und den Lagerhäuser weiter hinten vorzudringen, nur dort bekommt ihr das ultimative Markt-Feeling nach Thai-Art geboten.
Mi
09
Mär
2011
Da der Siam Paradise Night Bazaar, der offizielle Nachfolger des Suan Lum Nachtmarkts viel langsamer in die Gänge kommt, als von vielen erhofft, stellt sich natürlich die Frage, gibt es Alternativen.
Die gibt es sehr wohl und nein, damit ist nicht der Patpong Night Market gemeint. Da hat Bangkok durchaus Spannenderes zu bieten, auch wenn mancher Reiseführer anderes suggerieren mag.
Eine dieser Alternativen, die durchaus einen Besuch lohnt, ist der Saphan Phut Night Market am Memorial Bridge Pier, der jeden Abend mit Ausnahme vom Montag aufs Neue aufgebaut wird.
Zwischen der altehrwürdigen Phutta Yodfa Brücke (in der Kurzform Saphan Phut oder auf Englisch Memorial Bridge) aus dem Jahr 1932 und der deutlichen neueren Phra Pokklao Brücke erwacht ganz langsam nach Sonnenuntergang ein etwas anderer Nachtmarkt.
Im Gegensatz zum Suan Lum und seinem Nachfolger Siam Paradise Bazaar handelt es sich nicht um einen sterilen Markt, der von Planern am Reißbrett oder Computer entworfen wurde, sondern im Laufe der Jahre sich zu dem entwickelt hat, was er heute ist: Ein Einkaufsmarkt vorwiegend für Bangkoks jugendliche Mittelschicht.
Ursprünglich vor vielen Jahren als Secondhand Markt ins Leben gerufen, gibt es heute hauptsächlich Neuwaren wie Jeans, T-Shirts und alle möglichen Accessoires.
Damit unterscheidet er sich also kaum von dem, was es an sonstigen Verkaufsständen an der Strasse gibt oder in Shopping-Malls, die eine thailändische Zielgruppe anvisiert, wie z.B. Platinum Fashion Mall oder das komplette Siam Square.
Zwischen den Klamottenständen haben aber eine ganze Reihe junge Künstler vom Poh-Chang College of Art & Crafts ihre “Ateliers“ aufgebaut und bieten z.B. für wenig Geld Portraits “to go“ an oder aber ausgefallene, individuelle und anspruchsvolle Malereien oder Grafiken. Wer also auf der Suche ist, nach Kunsthandwerk, das nicht in tausendfacher Ausfertigung in einer chinesischen Fabrik entstanden ist, könnte hier womöglich fündig werden.
Wer dagegen hier mit europäischer Durchschnitts-Konfektionsgröße auf Kleidungssuche geht, wird eher wenig Glück haben.
Touristen gehören hier definitiv nicht zur gewohnten Käuferschicht, der Markt ist nach wie vor in einheimischer Hand und gerade das macht ihn interessant.
Zwischen Kleidung und Künstlern gibt es auch immer mal wieder einen Stand, der Hund, Katz und Maus verkauft und eine ganze Reihe an Tattoo-Shops.
Somit könnte man den Saphan Phut Nachtmarkt als kleine Variante des Chatuchak Weekend Marktes ansehen, mit einem Schuss Khao San Road dabei.
Wie auf jedem Markt, so gibt es auch hier eine Reihe von Essensstände, die aber nur mäßig spektakulär sind.
Brauchen sie aber auch nicht, da es gleich drei “richtige“ Restaurants gibt, jeweils entweder direkt über den Chao Phraya gebaut oder kurz davor und mit interessantem Blick auf den Fluss.
Das optisch ansprechendste, das Zoom 4 – Zoom 5, wurde dann auch gleich mal angetestet, besser gesagt zweimal.
Das Restaurant liegt am südlichen Ende des Marktes im zweiten Stock des anschließenden Gebäudes.
Testessen Nummer 1 fiel auf einen Samstag. Der Laden war gut gefüllt, selbstredend nur Einheimische. Ansprechende Livemusik in für thailändische Verhältnisse erträglicher Lautstärke, so dass eine Unterhaltung ohne zu schreien problemlos möglich war. Leckeres und preisgünstiges Essen im ordentlichen Thaistyle ohne Rücksicht auf Langnasen am Tisch. So wie es sein soll. Dazu der Blick auf den nächtlichen Fluss, die vorbeiziehenden Dinnercruise Boote und die beleuchtete Memorial Bridge.
Zweiter Versuch war unter der Woche, deutlich weniger los, was auch für den Markt gilt, aber Essen immer noch lecker und der Ausblick gleichbleibend faszinierend.
Allein der Restaurantbesuch ist somit eigentlich um Klassen besser, als das was der alte Suan Lum in Sachen Essen zu bieten hatte und der Siam Paradise Night Bazaar aktuell schon zu bieten hat.
Von der Lage her ist der Saphan Phut am späten Abend, vor 21:00 Uhr ist auch am Wochenende noch nicht wirklich viel los, nicht ganz so zentral aus Touristensicht. Aber per Taxi theoretisch problemlos zu erreichen.
Der Markt hat offiziell bis 1:00 Uhr nachts geöffnet, spätestens dann gibt es auch keinen Stau mehr auf den Strassen und man kommt zügig heim ins Bett.
Wobei wenn ihr schon hier seid um diese Uhrzeit, dann solltet ihr euch natürlich keineswegs den Pak Klong Talaad in unmittelbarer Nähe entgehen lassen.
Wer tagsüber vielleicht schon mit uns die Thonburi Tour unternommen hat, der kennt bereits Bangkoks größten Blumen- und Gemüsemarkt. Nachts haben hier aber die Blumenhändler die absolute Mehrheit und es ist faszinierend, bei Anlieferung und Verkauf zuzuschauen und die Straßenstände und Lagerhallen zu durchstreifen.
Somit ist die Kombination aus Saphan Phut Night Market, Pak Klong Talaad und Zoom 4 – Zoom 4 Restaurant eine mehr als lohnenswerte Alternative bis dann endlich der Siam Paradise Night Bazaar voll einsatzbereit ist.
Und selbst dann ist Saphan Phut immer eine interessante Alternative.
Mo
21
Feb
2011
Nachdem der nicht nur bei Touristen beliebte Suan Lum Night Bazaar (Lumphini Nachtmarkt) in Bangkok nach langjähriger Ankündigung Ende 2010 nun tatsächlich seine Tore geschlossen hat und die Forengemeinden bei Holidaycheck & Co sich schon fragen, wie und vor allem wo es weitergeht, hier mal ein aktueller Lagebericht vom Freitag den 18. Februar 2011.
Der Nachfolger an komplett neuer Stelle heißt Siam Paradise Night Bazaar und liegt im touristischen Niemandsland zwischen Sukhumvit Soi 64/2 und Soi 66. Von der derzeitigen Skytrain-Endstation On Nut 2,5 Kilometer entfernt. Wer diese unattraktive Strecke zu Fuß laufen möchte, sollte dafür eine gute halbe Stunde einplanen. Ob es beim abendlichen Stau mit dem Taxi unbedingt schneller geht, fraglich.
Aber die Verlängerung der östlichen Skytrainstrecke ist schon gut fortgeschritten und mit Eröffnung der Punnawithi Station ist der Nachtmarkt dann in gut 5 Gehminuten zu erreichen. Planmäßig steht aktuell der 12. August 2011 als Termin. Ob das terminlich wirklich so passen wird, ist natürlich ein anderes Thema.
Ein erster Besuch des Siam Paradise Night Bazaar fand bereits Ende Dezember statt. Der erste Eindruck lässt gleich die optische Anlehnung an den Suan Lum erkennen. Überdachte Marktstände in durchnummerierten “Sois“, ein open-air Food Court / Biergarten mit Livebühne, selbst der Eingangsbereich im Angkor Wat Stil oder das Miniatur-Riesenrad findet sich wieder.
Ende Dezember waren die Marktstände noch zu 95% unbelegt, einzig der direkt an die Sukhumvit Road grenzende Futterbereich war schon intakt.
Umso gespannter waren wir darauf, wie die Lage knapp zwei Monate später ausschaut, nachdem auch die letzten Händler vom Suan Lum abgezogen. Umso überraschter waren wir aber auch, als wir ankamen. Nach wie vor immer noch gut 70% der Läden geschlossen, etwas 40 Besucher hatten sich am Freitagabend hierher verirrt, darunter gerade mal 2 europäische Langnasen, die nach kurzer Zeit weitergezogen sind. Verständlicherweise, weil ein auch nur halbwegs spannendes Warenangebot weit und breit nicht zu finden war.
Auch im Biergarten herrschte eine himmlische Ruhe, abgesehen natürlich vom Verkehrslärm. Fairerweise muss aber gesagt werden, dass wegen dem buddhistischen Feiertag am 18. Februar kein Alkohol ausgeschenkt werden durfte. Und bei einem Biergarten ohne Bier hält sich die Spannung selbstverständlich in Grenzen.
Persönliches Fazit: Auch wenn es sich aktuell definitiv nicht lohnt, den Nachtmarkt beim demnächst anstehenden Bangkokbesuch mit ins Programm zu nehmen, spätestens mit der Eröffnung der Punnawithi Station wird sich das ändern. Es wird noch ein Weilchen dauern, aber dann ist der Siam Paradise Night Bazaar bei Einheimischen und Touristen ebenso Pflicht, wie sein Vorgänger.